Was gibt´s Neues im Juni?

Nach der Ernte ist vor der Ernte!

Nun steht der Sommer kurz bevor und unsere Spargelernte neigt sich dem Ende entgegen.
Unser Spargel wird gestochen bis zum 24. Juni. An Johanni ist dann Schluss. Aber warum ist das eigentlich so? Wir ernten den weißen Spargel noch bevor er das Sonnenlicht erblickt hat. Nur dadurch bleiben die Stangen weiß. Die Spargelpflanzen kommen also bis zur Ernte nie dazu, Photosynthese zu betreiben. Sie leben von Wasser und Nährstoffen, die im Boden enthalten sind. Außerdem brauchen sie im Laufe der Vegetationsperiode Kohlenstoffdioxid und Licht. Beides wird von der grünen Pflanze über die Blätter aufgenommen. Solange die Pflanze keine Blätter ausbildet, kann dieser Stoffwechsel nicht in Gang kommen. Das Stechen der frischen Triebe können wir eine ganze Zeit lang betreiben, aber irgendwann kommt der Punkt, dann muss die Pflanze wieder Energie sammeln. Deshalb hören wir zu Johanni mit der Ernte auf und lassen die Triebe weiterwachsen.
Das Kraut entfaltet sich fächerförmig aus den Trieben und wächst bis zu zwei Metern in die Höhe. Mit der Photosynthese lagert die Spargelpflanze Energie für das nächste Jahr ein und wir können auch im nächsten Jahr mit einer guten Ernte rechnen. Gleichzeitig sind wir über Wochen damit beschäftigt, immer wieder das aufwachsende Unkraut zu beseitigen. Dies geschieht bei uns maschinell durch ein Anbaugerät, welches wir hinter einen sogenannten Schmalspurschlepper hängen. Hiermit wird der Boden immer wieder aufgelockert, das Unkraut ausgerissen und der Boden gewendet. Würden wir das Unkraut wachsen lassen, würde dieses unseren Spargelpflanzen Nährstoffe und Wasser streitig machen, im schlimmsten Fall sogar irgendwann das Licht. Damit es nicht soweit kommt, sorgen wir dafür, dass es unserem Spargel gut geht und das Unkraut nichts weiter als eine beiläufige Begleiterscheinung bleibt.

Die flauschigen GösselDie Gänse wachsen rasantDas Spargelkraut darf endlich wachsen


Der erste Schwung unserer Gänse ist schon wieder eingezogen. Im rasanten Tempo entwickeln sie sich in den ersten Tagen, man kann ihnen beim Wachsen fast zuschauen. Nach ein paar Wochen entwickelt sich das Federkleid. In behutsamen Schritten gewöhnen wir sie an das Leben draußen auf der Wiese. Schon in den ersten Tagen ihres Lebens bekommen sie frisch geschnittenes Gras zu fressen, sodass der Magen diese Proteinquelle neben dem getreidehaltigen Starter-Futter kennenlernt. Außerdem haben sie mit dem Grüngut ein wenig Beschäftigung und Abwechslung. Aber so richtig spannend wird es natürlich erst, wenn es stundenweise hinaus in das von der Sonne angewärmte und trockene Gras geht.

Jetzt ist es bei uns auf dem Hof einfach herrlich. Alles trubelt vor sich hin, im Idealfall scheint die Sonne und wir hoffen, der Kuchen schmeckt. Wir freuen uns auf die Sonntage, wenn viele Familien uns besuchen kommen. Vielleicht haben auch Sie Lust, mal ein paar entspannte Stunden bei uns auf dem Hof zu verbringen – was wie immer jeden Tag in der Woche möglich ist.